Alarmknopf für Bahnübergänge in Fahrzeugen gefordert

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Bahnübergänge sollen sicherer werden - doch wie? (Bild: Maximilian Fischer)

Nicht zuletzt häufen sich die Meldungen über schwere Unfälle an Bahnübergängen. Die Zahl solcher Unfälle geht zwar in Deutschland von Jahr zu Jahr zurück, doch die „Allianz pro Schiene“ fordert nun eine vorbeugende Maßnahme – in Fahrzeugen.

eCall ab 2018 in der EU verpflichtend

Die EU hat das automatische Unfallmelde-System „eCall“ bereits beschlossen. Ab März 2018 sollen alle PKW und leichte LKW mit diesem System ausgerüstet sein. Genau hier will „Allianz pro Schiene“ ansetzen. Der Geschäftsführer Dirk Flege könne sich für eine solche Notsituation an Bahnübergängen eine Erweiterung des eCall-Systems in Form eines zweiten Knopfes am Armaturenbrett vorstellen. Einen großen Vorteil sieht Flege darin, dass Autofahrer aus dem gesamten europäischen Raum auf diese Weise entsprechende Notrufe abgeben können.

Schnelle Warnungen an die Züge

Aufgrund des GPS-gestützten Notrufes könnte die Zugüberwachung schnell entsprechende Züge warnen, die auf dem betroffenen Streckenabschnitt unterwegs sind – oder sein werden. So würden Lok-/Triebfahrzeugführer, die Fahrgäste des Zuges sowie die Steckengebliebenen auf dem Bahnübergang keinem Risiko ausgesetzt werden. Doch eine solche Änderung am eCall-Unfallmeldesystem kann nur die EU durchsetzen. Daher appellierte Flege nun an das EU-Parlament, eine solche Erweiterung in nähere Betrachtung zu ziehen und das System dahingehen auszuweiten.

Missbrauchsgefahr bei lokalen Systemen

Die bayerische SPD fordert hingegen seit dem schweren Unglück vom 05. November 2015 in der Oberpfalz, alle Bahnübergänge mit einem speziellen Notrufsystem auszustatten. Doch „Allianz pro Schiene“ weist diesen Vorschlag mit der Argumentation zurück, dass das lokale System missbraucht werden könne, wo hingegen das eCall-Verfahren direkt beim „Drückenden“ anfängt und sich so zurückverfolgen lässt. Außerdem führt er den schon erwähnten Vorteil der EU-weiten Abdeckung an. Lokale System würden beim Vorschlag der SPD nur lokal umgesetzt werden.

Eure Meinung?

Ein weiterer Knopf für Unfälle oder Notlagen, die direkt an Bahnübergangen stattgefunden haben oder durch herannahende Züge gefährlich werden könnten. Die Vorteile der großen Reichweite liegt klar auf der Hand, doch deswegen einen eigenen Knopf neben dem ohnehin schon installierten Notrufknopf zu installieren? Ist die Idee sinnvoll, oder übertreibt „Allianz pro Schiene“ hier ein bisschen?

2 Kommentare

  1. Wie sieht das heutige Szenario im Falle eines Notfalls vor? Ein Übergang ist blockiert – evtl. nur teilweise, und dann? Wen muss man anrufen? Es sei 110 – und dann? Wie schnell wird der blockierte Übergang gesichert – gegen Zugverkehr? Wie und wie schnell wird das „grüne Licht“ für den Zug auf „Rot“ umgestellt?

    • Für die Bahn ist in Deutschland die BuPo zuständig. Normal reicht die 110 den Notruf direkt an die BuPo weiter, die wiederum sofort an die entsprechende Leitstelle/FDL, die da zuständig ist. Es sind zwar noch nicht alle Bahnübergänge mit Radardetektion ausgestattet, aber sofern es sich um einen Bü mit Schranken handelt und eine/beide nicht vollständig zu gehen, sollte das Signal entsprechend auf Rot bleiben. 100%er Verlass ist da allerdings auch nicht gegeben, wie man in der Vergangenheit leider schon erfahren musste.

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  1. Bahnübergang: Schranken geschlossen - was heißt das? • RailSpotter.de

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