Go-Ahead und Abellio lösen DB im Stuttgarter Netz ab

SPNV Stuttgarter Netz Abellio Go-Ahead
Der zukünftige Talent 2 (Abellio) in den Landesfarben auf dem Netz 1 (Bild: MVI BaWü)

Die Lose für die Streckenvergabe im Schienenpersonennahverkehr wurden neu vergeben: Die DB verliert alle SPNV-Leistungen, Go-Ahead und Abellio bekommen dafür alle Lose. Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg freut sich über die damit verbundenen Verbesserungen.

Sieben Angebote vorgelegt

Das Interesse an dem Verfahren soll von Beginn an sehr groß gewesen sein. Urspünglich haben zehn Bieter mitmischen wollen, am Ende gaben sieben davon ein entsprechendes Angebot ab. Zudem gab es im Stuttgarter Netz eine sog. „Loslimitierung“. Das bedeutet, dass maximal zwei Lose je einem Bieter zugeschlagen werden dürfen. So hat sich die Vergabekammer nun final für die beiden Anbieter „Abellio Rail Südwest GmbH“ aus den Niederlanden und „Go-Ahead“ aus Großbritanien entschieden.

Abellio und Go-Ahead teilen sich das Netz

Das Netz 1 wäre das Umkämpfteste gewesen, so Minister Hermann. Alle Anbieter hätten hier besonders lukrative Angebote abgegeben. Nicht verwunderlich, denn es ist das attraktivste Netz im Stuttgarter Raum. So wären die Preise pro Zugkilometer bei den Angeboten im Vergleich zu denen aus 2003 halbiert worden. Momentan zahlt das Land hier 11,69 Euro. Abellio und Go-Ahead teilen sich dieses Netz nun, das in drei Teile gesplittet ist. Los 1a bedient demnach Abellio, 1b und 1c wurde Go-Ahead gegeben.

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Der Flirt 3 (Go-Ahead) in den Landesfarben auf dem Netz 1 (Bild: MVI BaWü)

Land spart – und investiert

Mit dem gesunkenen Preis pro Zugkilometer stünden neue Möglichkeiten offen. So könnten trotz des knappen Budgets die Angebote spürbar erweitert werden. Hier werden Beispiele wie Züge im Stunden- oder sogar Halbstundentakt aufgeführt, je nachdem, wie ausgelastet die Strecke sei. Außerdem sollen auf den Losstrecken vollkommen neue, klimatisierte und barrierefreie Neufahrzeuge zum Einsatz kommen. Diese sollen genügend Fahrradmitnahmemöglichkeiten bieten sowie kostenloses WLAN für die Fahrgäste bereitstellen. Außerdem werden alle Fahrzeuge im einheitlichen Landesdesign auffahren. Erste Grafiken wurde auf der Medienseite des Ministeriums für Verkehr und Infrastrukur Baden-Württemberg veröffentlicht.

Das Netz 1 soll 2019 einen Gesamtumfang von 14,8 Millionen Zugkilomter pro Jahr vorsehen. Alle drei Lose führen streckentechnisch durch Stuttgart. Die Endpunkte der Losstrecken sind jeweils Mannheim, Bruchsal, Osterburken, Tübingen, Crailsheim, Ulm, Karlsruhe, Würzburg und Aalen.

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Der zukünftige Talent 2 (Abellio) in den Landesfarben auf dem Netz 1 (Bild: MVI BaWü)

DB wurde ausgeschlossen

Zehn Tage haben die unterlegenen Bieter Zeit, gegen die Entscheidung der Vergabekammer ihre Beschwerde einzulegen. Die Deutsche Bahn wurde bereits vorab ausgeschlossen, da sie sich angeblich nicht den Vertragsformen entsprechend beworben haben soll. Das Unternehmen hat hier bereits ein Veto eingelegt und prüft zur Zeit die Daten. Die finale Entscheidung steht somit am 27. November 2015 an.

Abschließend noch ein Zitat von Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann über die Neuvergabe des Netzs: „Die hervorragenden Ergebnisse des Vergabeverfahrens können sich wirklich sehen lassen. Mit den vorliegenden Angeboten werden unsere ökonomischen Erwartungen voll erfüllt. Angebotsausweitungen in diesem und in anderen Vergabeverfahren können wie geplant finanziert werden und gleichzeitig verbessern wir im Stuttgarter Netz das Angebot deutlich. Altfahrzeuge werden endgültig der Vergangenheit angehören. Es werden moderne Fahrzeuge im attraktiven und einheitlichen Landesdesign unterwegs sein.“

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